Inspirierendes

Vertiefende Lektüre und anregende Videos:

Craniosacral Therapie bietet Entspannung bei Stress und stärkt damit auch das Immunsystem

Stress zählt zu den grössten Energieverschwendern und Krankmachern überhaupt. Meine Lehrerin und Mentorin Bhadrena Tschumi hat über die manchmal ungünstige Verbindung von Stress und dem Immunsystem und der positiven Wirkung von Craniosacral Therapie einen lesenswerten Artikel geschrieben. Unten ist er verlinkt, hier einige ergänzte Auszüge aus dem Text:

Alle Arten von Stress, ob ausgelöst durch eine Prüfung, einen Umzug, einen Todesfall oder durch die Unsicherheit, die ein noch wenig erforschter Virus mit sich bringt, führen zu einer Anpassungsreaktion unseres Körpers. Das bedeutet, dass unser Körper in einen kräftezehrenden Überlebensmodus wechselt und Stresshormone produziert, die beispielsweise zu einem erhöhten Puls und Blutdruck führen. Bleibt der Stress über längere Zeit bestehen, so sind die Auswirkungen auf den Gesamtorganismus noch einschneidender. Unsere Antikörper und Lymphozyten nehmen sowohl mengenmässig wie auch bezüglich ihrer Stärke deutlich ab. Seit Jahren gibt es Hinweise darauf, dass Stress für verschiedene Krankheiten wie Krebs, aber auch für Depressionen und Demenz anfällig macht. Studien haben zudem gezeigt, dass Stress zu einer erhöhten Infektionsanfälligkeit führt, die Wundheilung verlangsamt und ganz allgemein das Immunsystem beeinträchtigt.

Hier hat die Craniosacrale Biodynamik etwas anzubieten: Es wird immer wieder beobachtet, dass eine craniosacrale Behandlung eine positive Wirkung auf die Regulierung der Körper-Seele-Geist-Einheit des menschlichen Körpers hat. In einer Behandlung nehmen Klientin und Therapeutin gleichermassen wahr, wie sich Aktivitäten im Körper verlangsamen und setzen. Gedanken werden weniger, die Sinne weiten sich, Gefühle haben Raum da zu sein und das Nervensystem reguliert sich zu einem normal funktionierenden Auf und Ab zwischen Aktivität und Entspannung. Dies ist möglich, weil in einem sicheren, geschützten Raum mehr Ordnung und Ruhe einkehren können, die die Normalisierung des Organismus ermöglichen und fördern. Es kommt ein natürliches Prinzip zur Anwendung, das beschreibt, wie sich ein Organismus selber reguliert, wenn er keine neuen Impulse und Informationen verarbeiten muss. Zusätzlich schafft die Präsenz einer Therapeutin, die mitfühlt, diesen natürlichen Prozess bezeugt und die Orientierung zur Ganzheit und Einheit des physiologischen Systems beibehält, eine ideale Voraussetzung zur Unterstützung der Selbstregulierung. Die natürliche Aktivität des Immunsystems ist eher gewährleistet in einem System, das reguliert ist. Hierbei kann die Craniosacrale Biodynamik unterstützend wirken.

https://mcusercontent.com/d9e2361c6a0551366f427a9d5/files/6f53d339-d5eb-4f88-9084-37ea3403bd75/Craniosacrale_Biodynamik_und_das_Immunsystem.pdf

Über den Mythos Selbstliebe

Was kam zuerst, das Huhn oder das Ei - die Liebe zu sich selbst oder das Geliebtwerden von Anderen?
Mich inspiriert dieser Beitrag von Esther Perel über den Mythos Selbstliebe. Die Überlegung, dass Selbstachtung heissen könnte, sich selber wertzuschätzen trotz des Wissens um die eigene Fehlerhaftigkeit bzw. Unvollkommenheit gefällt mir auch. Und irgendwie hat es etwas Entlastendes: Wir müssen nicht alles alleine tragen und wir dürfen uns Hilfe holen und dürfen auch ganz selbstverständlich Hilfe annehmen.
https://estherperel.com/blog/letters-from-esther-8?fbclid=IwAR2aPQQE7Kmu4LoMmaOOYrKwyZwtGZR0bubsMkBw9CFwRyCkvoPtcwm4-hU

Bei Stress oder Schockzuständen

TRE ist etwas vom Effektivsten und Hilfreichsten, das ich in Stresssituationen oder nach einem Schockerlebnis kenne. Für mich hat sich die Methode beispielsweise auch nach einem Streit, einer kritischen Rückmeldung oder einer längeren Zeit der Anspannung sehr bewährt. Ich fühle mich danach jeweils wieder offen, empfänglich, berührbar und im Gleichgewicht.
Unten finden Sie eine gute Anleitung. Allerdings empfehle ich die Übungen beim ersten Mal nicht alleine durchzuführen. Lassen Sie sich von jemandem begleiten. Gerne unterstütze ich Sie dabei.

Fake it Till You Make it

Schon mehrmals ist mir während meiner Arbeit dieser TED-Talk von Amy Cuddy über die Macht der nonverbalen Sprache in den Sinn gekommen. Ich nehme das als Zeichen, endlich einmal etwas darüber zu schreiben. Amy Cuddy erinnert mich daran, dass nicht nur diverse Untersuchungen belegen, dass vorallem unsere nonverbale Sprache bestimmt, wie andere über uns denken und fühlen. Sondern sie zeigt darin auch anschaulich auf, dass unsere nonverbale Sprache auch bestimmt, wie wir selber über uns denken und fühlen.  

Sogenannte Power Poses wirken sogar auf unseren Hormonhaushalt ein. Nehmen wir zwischendurch für nur zwei Minuten Körperhaltungen ein, die Macht, Selbstsicherheit und Siegessicherheit ausdrücken, so können wir sogar unserem System vorgaukeln, dass wir genau das sind und es schüttet die entsprechenden Hormone aus.

Lasst uns wenigsten zwischendurch so tun, als wären wir selbstbewusst oder selbstbewusster, als wir uns gerade fühlen. Je weniger wir uns von unseren Komplexen durcheinanderbringen lassen, umso mehr können wir uns selbst sein. Bis wir irgendwann wirklich entspannt und selbstbewusst einfach ganz uns selbst sind.
Machen wir einen Anfang. Denn das hört sich doch eigentlich ganz machbar an, oder?

Das grösste Geschenk

«Ich glaube daran, dass das grösste Geschenk, 
das ich von jemandem empfangen kann, ist,
gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden.
Das grösste Geschenk, das ich geben kann, ist, 
den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren.»
Virginia Satir

Thomas Hübl über Trauma und Heilung

Ich mag den Denker und spirituellen Lehrer Thomas Hübl. Sein Verständnis hat viel mit meiner Arbeitsweise zu tun. Auch ich beobachte, dass Traumatisierung immer mit einer Beziehungsreduktion einhergeht. Traumatisierte Menschen trennen gewisse Teile, seien es Erinnerungen, Erfahrungen aber auch ihre Lebendigkeit, ihre Wut oder ihre sexuelle Lust von sich ab. Dies ist ein vernünftiger Schutzmechanismus, der das Überleben in der Vergangenheit gesichert hat, jedoch in die Gegenwart hinein aufrechterhalten wird. Ein traumatisches Ereignis haben die meisten von uns in unterschiedlichem Grad irgendwie und irgendwann einmal erlebt, weil es uns allen irgendwann zu viel, zu schnell, zu plötzlich gegangen ist, weil wir alle irgendwann verletzt oder nicht gesehen wurden, weil wir alle erlebt haben, wie es ist verpasst oder klein gemacht zu werden. Die Folge ist, dass wir möglicherweise nicht ganz im Hier und Jetzt sind. Wir stecken, wie Hübl es nennt, in einer Raum-Zeit-Verzerrung fest. Und was hilft uns aus dieser Verzerrung wieder herauszukommen?
Etwas vom Heilsamsten, das ich kenne, ist die Erfahrung ganz gesehen zu werden. Mit ganz meine ich: Mit all den abgespaltenen Anteilen, mit der Angst, mit der Scham, mit der Wut, mit der Freude, mit der Lust, mit den Erinnerungen und erlittenen Verletzungen. Und nicht nur gesehen zu werden, sondern angenommen und gar willkommen geheissen zu werden. Denn so erhalten diese unintegrierten Anteile Raum, können dadurch zur Ruhe kommen und ihren Platz in der aktuellen Wirklichkeit und im Ganzen finden. Hübl bezeichnet das als Beziehungswiederherstellung. «Was braucht jemand, der traumatisiert ist? Er braucht Wärme, Einstimmung, Beziehung, er braucht jemanden, der versteht, wie es ihm oder ihr geht. Wenn mir jemand sagt, »Ich habe Angst«, dann kann ich es auf mich wirken lassen, ohne die Angst wegzureden (...).»

Sowohl in meiner Coachingarbeit als auch in der Craniosacral Therapie geht es immer mal wieder darum nichtintegrierte Anteile zu integrieren, ihnen in einem sicheren Rahmen meine Beachtung zu schenken, ihnen Raum zu geben und dabei Beziehungswiederherstellung anzubieten.

Hübl schreibt: «Ich muss dafür sorgen, dass in meinem Leben genug Raum ist, damit ein kontemplativer Raum entsteht, in dem sich mein Liebesakt, mein Schöpfungsakt mit dem Leben, meine Kreativität entfalten können. So kann ich ein Lauschen entwickeln, in dem ich die Zukunft in mir schon wahrnehme, wenn sie noch flüstert.» Meine Arbeit hat zum Ziel meine Klientinnen und Klienten genau darin zu unterstützen und ihnen diesen Raum zur Verfügung zu stellen.

Wir leben in einer verletzlichen Welt

In diesem TED-Talk spricht Brené Brown mit viel Humor über die Macht von Scham und Verletzlichkeit.
Mir tut es sehr gut ihre Aussagen zu hören – sie bestärken mich auf meinem Weg. Ich spüre meine Verletzlichkeit ehrlich gesagt nicht sonderlich gern. Ich leide, wenn ich mich ausgeliefert, verletzlich oder bedürftig fühle und habe den Impuls diese Gefühle zu vermeiden. Ich habe oft Angst zu spüren nicht willkommen zu sein, nicht dazuzugehören, zu versagen, mich zu blamieren oder zurückgewiesen zu werden. Ich habe eine Zeit lang versucht besser nichts und niemanden mehr zu wollen, nur damit ich meine eigene Bedürftigkeit nicht spüren muss. In der Zwischenzeit habe ich aber gelernt, dass mir jene Menschen eigentlich lieber und näher sind, deren Verletzlichkeit ich mitbekomme. Daraus habe ich abgeleitet, dass es den Anderen mit mir vermutlich ähnlich ergeht. Und das hat sich bestätigt. Ich erlebe immer wieder, dass ich mehr Liebe, Verständnis und Zugehörigkeit erfahre, wenn ich mich zeige – mit meinen Ängsten, mit meiner Bedürftigkeit, mit meiner Unsicherheit. Es fällt mir nicht leicht, aber ich habe begriffen, dass es sich lohnt.
Darüber spricht Brené Brown. Wir sind verletzlich, ja. Die Frage ist, wie wir damit umgehen wollen. Zum Glück können wir das jeden Tag neu für uns entscheiden.

Interview mit dem Life-Coach Laura Malina Seiler

Sie ist jung und frisch und was sie sagt, hat in meinen Augen wirklich Hand und Fuss. Laura Malina Seiler spricht in diesem Interview über ihre Mission, die Möglichkeit eines Perspektivenwechsels und darüber, wie sie ihr inneres Team vor schwierigen Entscheidungen zu Rate zieht. Die in ihren Augen drei wichtigsten Tools für ein erfülltes Leben sind: Meditation, Visualisation und Dankbarkeit.
Klar und hilfreich.

Eine kurze Erinnerung daran, was hilft, wenn es einem uns nahestehenden Menschen schlecht geht:

Erkenntnisse aus der längsten Langzeitstudie über Glück und den Sinn des Lebens

Es sind gute, nahe und nährende Beziehungen, die uns glücklich machen und gesund halten – das hat die seit 75 Jahren laufende Langzeitstudie der Universität Harvard herausgefunden.

Verbindungen und Partnerschaften

Der Orbital Garden in der Berner Altstadt lädt zu musikalischen Reisen in die Tiefen des Universums ein. Inspirierend und unterstützenswert.

Bärnu Rüdt von Nordland rückt Grafisches ins rechte Licht und hat diese Webseite gestaltet.

Gabriela Weidmann ist eine Berner Künstlerin, die Werke von organischer Stimmigkeit und Schönheit schafft, die mich immer wieder berühren.

Das Projekt Drown the Virus wird sicherlich diese aussergewöhnliche Zeit überdauern: Es finden sich meditative Klanglandschaften und verrückende Rhythmen, die sich frei kombinieren lassen und so zu jeder Stimmung passen. Ein Geschenk von Don Li und Orbital Garden.

«Ich gehe auf dich zu und ich gehe an deiner Seite, ich habe die Sonne im Rücken.»
Albertine Sarrazin

Archiv

In Zeiten der Verunsicherung

Über die Sozialen Medien hat mich der folgende Text von Eileen Feliciano erreicht. Er trägt zusammen, was in Zeiten der Verunsicherungen unterstützend wirkt und Orientierung bieten kann. Es ist eine Sammlung und will nicht den Druck erzeugen, jeden dieser Punkte umsetzen zu müssen.

1. Halten Sie sich an eine Routine. Schlafen und erwachen Sie zu einer angemessenen Zeit, schreiben Sie einen Zeitplan, der abwechslungsreich ist und sowohl Zeit für die Arbeit als auch für die Selbstfürsorge vorsieht.

2. Ziehen Sie sich an, für den Tag, den Sie sich wünschen, nicht für den Tag, den Sie aktuell vor sich haben. Gehen Sie duschen und ziehen Sie sich bequeme Kleidung an, waschen Sie Ihr Gesicht, putzen Sie Ihre Zähne. Nehmen Sie sich die Zeit für ein Bad oder eine Gesichtsbehandlung. Ziehen Sie helle Farben an. Es ist erstaunlich, wie unsere Kleidung unsere Stimmung beeinflussen kann.

3. Gehen Sie mindestens einmal am Tag für mindestens dreissig Minuten hinaus. Wenn Sie Begegnungen vermeiden wollen, versuchen Sie es gleich morgens oder später am Abend, und gehen Sie auf wenig frequentierten Strassen und Wege. Wenn Sie zu einer Risikogruppe zählen oder mit Menschen aus einer Risikogruppe zusammenleben, öffnen Sie die Fenster regelmässig. Es ist erstaunlich, wieviel frische Luft für unser Gemüt tun kann.

4. Finden Sie jeden Tag etwas Zeit, um sich zu bewegen, idealerweise ebenfalls für mindestens dreissig Minuten. Wenn Sie sich im Freien nicht wohlfühlen, gibt es viele YouTube-Videos, die Kurse zum Fitbleiben anbieten oder schalten Sie Musik ein und tanzen Sie!

5. Gehen Sie auf andere zu, Sie haben es erraten, mindestens einmal täglich für dreissig Minuten. Versuchen Sie via FaceTime, Skype, Telefonanrufe und SMS eine Verbindung zu anderen Menschen aufrechtzuerhalten, Unterstützung zu suchen und anzubieten.  Vergessen Sie nicht, dies auch für Ihre Kinder zu tun. Richten Sie täglich virtuelle Spieltermine mit Freunden über FaceTime, Facebook Messenger Kids, Zoom usw. ein - Ihre Kinder vermissen ihre Freunde auch!

6. Bleiben Sie hydriert und essen Sie gut. Dies mag offensichtlich erscheinen, aber Stress und Essen passen oft nicht gut zusammen, so dass wir uns in einem übermässigen Genuss wiederfinden, vergessen zu essen oder das Essen meiden. Trinken Sie viel Wasser, essen Sie gute und nahrhafte Lebensmittel und fordern Sie sich selbst heraus, etwas Neues kochen zu lernen!

7. Entwickeln Sie einen Werkzeugkasten im Sinne eines Erste-Hilfe-Kits für Ihre Selbstfürsorge. Dieser kann für jede/n anders aussehen. Viele erfolgreiche Selbstfürsorgestrategien beinhalten eine sensorische Komponente (sieben Sinne: Tastsinn, Geschmack, Sehvermögen, Gehör, Geruch, Vestibular- (Bewegung) und Propriozeptionssinn (beruhigender Druck). Einige Ideen hierfür: eine weiche Decke oder ein Stofftier, eine heisse Schokolade, Urlaubsfotos, beruhigende Musik, Lavendel- oder Eukalyptusöl, eine kleine Schaukel oder ein Schaukelstuhl, eine kuschlige Decke. Ein Tagebuch, ein inspirierendes Buch oder ein Mandala-Malbuch ist wunderbar, Seifenblasen zum Pusten oder das Blasen von Wasserfarbe auf Papier durch einen Strohhalm sind visuell ansprechend und zugleich ist die Arbeit mit kontrolliertem Atem unterstützend. Lutschbonbons, Ihr Lieblingsgetränk oder ähnliches sind ebenfalls gut zur Angstregulierung. Für Kinder ist es grossartig, eine selbstregulierende Komfort-Box zu schaffen (oft ein Schuhkarton oder ein Eimer, den sie dekorieren können), die sie für die erste Hilfe verwenden können, wenn sie überfordert sind.

8. Verbringen Sie zusätzliche Zeit um mit Ihren Kindern zu spielen. Kinder werden nur selten mitteilen, wie sie sich fühlen, aber sie bemühen sich oft spielerisch um Aufmerksamkeit und Kommunikation. Seien Sie nicht überrascht, wenn therapeutische Themen wie Krankheit, Arztbesuche und Isolation durchgespielt werden. Verstehen Sie, dass Spielen für Kinder kathartisch und hilfreich ist - es geht darum, wie sie ihre Welt verarbeiten und Probleme lösen, und es gibt viel, was sie im Jetzt sehen und erleben.

9. Geben Sie allen den Vorteil der Verunsicherung und einen weiten Zeithorizont. Viel Zeit in der Enge kann das Schlimmste in jedem Menschen hervorbringen. Jeder Mensch wird Momente haben, in denen er nicht sein Bestes geben kann. Es ist wichtig, sich mit Grosszügigkeit und Anmut durch Sprengsätze zu bewegen, nicht bei jedem Streit, zu dem man eingeladen ist, aufzutauchen, keinen Groll zu hegen und Meinungsverschiedenheiten nicht fortzusetzen.  Jede/r tut ihr/sein Bestes, um dies zu überstehen.

10. Jede/r findet ihren/seinen eigenen Rückzugsraum. Platz ist Mangelware, besonders beim Leben in der Stadt. Es ist wichtig, dass die Menschen sich ihren eigenen separaten Raum für Arbeit und Entspannung schaffen. Helfen Sie den Kindern, einen Ort zu finden, wo sie sich bei Stress zurückziehen können. Sie können diesen Ort behaglich machen, indem Sie Decken, Kissen, Polster, Schals, Sitzsäcke, Matratzen und Zelte verwenden. Es ist gut zu wissen, dass wir auch dann, wenn wir eng aufeinander liegen, unseren eigenen besonderen Ort haben, an den wir gehen können, um allein zu sein.

11. Erwarten Sie Verhaltensprobleme bei Kindern und reagieren Sie sanft. Wir alle haben mit Störungen in der Routine zu kämpfen, niemand mehr als Kinder, die sich auf von anderen aufgebaute Routinen verlassen, damit sie sich sicher fühlen und wissen, was als nächstes kommt. Rechnen Sie mit zunehmender Angst, Sorgen und Ängsten, Alpträumen, Trennungs- und Schlafproblemen, Grenztests und Zusammenbrüchen. Führen Sie zu diesem Zeitpunkt keine grösseren Verhaltenspläne oder Konsequenzen ein, halten Sie sich stabil und konzentrieren Sie sich auf die emotionale Verbindung.

12. Konzentrieren Sie sich auf Sicherheit und Bindung. Wir werden eine Zeit lang mit der beispiellosen Forderung leben müssen, alle verordneten Massnahmen einzuhalten, Kinder zu Hause zu unterrichten, einen sterilen Haushalt zu führen und eine ganze Menge Unterhaltung in der «Gefangenschaft» zu bieten. Wir können uns damit befassen, die Erwartungen in allen Bereichen zu erfüllen, aber wir müssen daran denken, dass dies für Kinder beängstigende und unvorhersehbare Zeiten sind. Konzentrieren Sie sich auf die Stärkung von Verbindung, indem Sie Zeit investieren, die Sie mit körperlicher Berührung, mit Spielen, mit gegenseitiger Fürsorge verbringen.

13. Erwartungen senken und radikale Selbstakzeptanz praktizieren. Diese Idee ist mit Nr. 12 verbunden. Wir tun in diesem Augenblick zu viele Dinge unter Angst und Stress. Das ist keine Formel für hervorragende Leistungen. Geben Sie sich stattdessen das, was Psychologen als "radikale Selbstakzeptanz" bezeichnen: alles an sich selbst, an Ihrer aktuellen Situation und an Ihrem Leben zu akzeptieren, ohne Fragen, Schuldgefühle oder Zurückdrängen. Wir alle tun wirklich das Beste, was wir in einer unmöglichen Situation tun können.

14. Begrenzen Sie die Nutzung von sozialen Medien und COVID-Gesprächen, insbesondere in der Nähe von Kindern. Man kann tonnenweise Informationen über COVID-19 finden, die man konsumieren kann und sie ändern sich von Minute zu Minute. Die Informationen sind oft sensationell, negativ verzerrt und alarmierend. Finden Sie ein paar vertrauenswürdige Quellen, bei denen Sie sich regelmässig informieren können, beschränken Sie es auf einige Male am Tag und setzen Sie sich ein Zeitlimit für Ihren Konsum (wiederum höchstens 30 Minuten, 2-3 Mal täglich).  Halten Sie Nachrichten und alarmierende Gespräche von Kindern fern – sie sehen und hören alles und können durch das, was sie hören, sehr verängstigt werden.

15. Beachten Sie das Gute in der Welt, die Helfenden. Es gibt eine Menge beängstigender, negativer und überwältigender Informationen über diese Pandemie, die Sie aufnehmen müssen. Es gibt auch eine Menge Geschichten von Menschen, die sich gegenseitig auf wundersame Weise opfern, unterstützen und spenden. Es ist wichtig, die schweren Informationen mit den hoffnungsvollen Informationen auszugleichen.

16. Helfen Sie anderen. Finden Sie Wege, gross und klein, um anderen etwas zurückzugeben. Unterstützen Sie Restaurants, Buchhandlungen, lokale Lebensmittelgeschäfte und nutzen Sie deren Heimlieferungsservice, melden Sie sich bei älteren Nachbarn und bieten Sie Ihre Hilfe an – anderen zu helfen gibt uns ein Gefühl von Handlungsfähigkeit, wenn die Dinge ausser Kontrolle zu geraten scheinen.

17. Finden Sie etwas, das Sie kontrollieren können und kontrollieren Sie diese Sache. In Momenten grosser Unsicherheit und Überforderung sollten Sie Ihre kleine Ecke der Welt kontrollieren. Ordnen Sie Ihr Bücherregal, räumen Sie Ihren Schrank auf, stellen Sie die Möbel zusammen, gruppieren Sie Ihr Spielzeug. Es hilft, uns zu verankern und zu erden, wenn die grösseren Dinge chaotisch sind.

18. Finden Sie ein langfristiges Projekt, in das Sie eintauchen können. Jetzt ist es an der Zeit Keyboard spielen zu lernen, ein riesiges Puzzle zusammenzusetzen, ein Bild zu malen, die Harry-Potter-Serie zu lesen, eine 8-Jahreszeiten-Show zu sehen, eine Decke zu häkeln etc.  Finden Sie etwas, das Sie beschäftigt, abgelenkt und engagiert hält, um von dem, was in der Aussenwelt passiert, eine Pause zu machen.

19. Machen Sie wiederholende und Links-Rechts-Bewegungen.  Die Forschung hat gezeigt, dass sich wiederholende Bewegungen (Stricken, Malen, Zeichnen, Modellieren, Seilspringen usw.), insbesondere Links-Rechts-Bewegungen (Laufen, Trommeln, Schlittschuhlaufen, Hüpfen) zur Selbstberuhigung und zur Aufrechterhaltung der Selbstregulierung in Momenten der Not wirksam sein können.

20. Finden Sie Kunst, die Sie berührt. Unser emotionales Gehirn ist sehr empfänglich für die kreativen Künste und es ist ein direktes Portal für die Freisetzung von Gefühlen. Finden Sie etwas Kreatives (Bildhauerei, Zeichnen, Tanzen, Musik, Singen, Spielen), wenden Sie es an und geben Sie Ihr Bestes. Nehmen Sie wahr, wie erleichtert Sie sich fühlen können. Es ist eine sehr effektive Möglichkeit, Kindern zu helfen sich zu bewegen und zu kommunizieren!

21. Finden Sie Leichtigkeit und Humor in jedem Tag. Es gibt viel, worüber man sich Sorgen machen muss und das aus gutem Grund.  Setzen Sie dieser Schwerfälligkeit jeden Tag etwas Lustiges entgegen: Katzenvideos auf YouTube, eine Stand-up-Show auf Netflix, ein lustiger Film – wir alle brauchen in unserem Alltag ein wenig komödiantische Erleichterung, jeden Tag.

22. Greifen Sie nach Hilfe – Ihr Team ist für Sie da. Wenn Sie einen Therapeuten oder Psychiater haben, bleiben Sie in Kontakt, auch aus der Ferne.  Behalten Sie Ihre Medikamente und Ihre Therapiesitzungen so gut wie möglich bei. Wenn Sie Schwierigkeiten bei der Bewältigung haben, suchen Sie zum ersten Mal Hilfe auf. Es gibt Menschen mit psychischer Gesundheit, die bereit sind, Ihnen durch diese Krise zu helfen. Die Lehrer Ihrer Kinder und die damit verbundenen Dienstleister werden alles in ihrer Macht Stehende tun, um zu helfen, insbesondere für die Eltern, die mit der schwierigen Aufgabe betraut sind, für ihr Kind ein ganzes Behandlungsteam mit besonderen Herausforderungen zu sein. Suchen Sie nach Selbsthilfegruppen von Mitschülern, Eltern und Nachbarn, um sich verbunden zu fühlen.  Es gibt Hilfe und Unterstützung da draussen, zu jeder Tageszeit – obwohl wir physisch weit entfernt sind, können wir uns immer virtuell verbinden.

23. Unterteilen Sie Ihre Quarantäne in Häppchen, nehmen Sie sie Moment für Moment. Wir haben keinen Fahrplan dafür. Wir wissen nicht, wie dies in 1 Tag, 1 Woche oder 1 Monat aussehen wird. Wenn ich mit Patienten arbeite, die Angst vor überwältigenden Problemen haben, schlage ich oft vor, dass sie sich auf eine Strategie namens "Häppchen" einlassen, d.h. sich auf jedes mundgerechte Stück einer Herausforderung konzentrieren, das sich bewältigbar anfühlt. Ob das nun 5 Minuten, ein Tag oder eine Woche zu einer bestimmten Zeit ist - finden Sie heraus, was sich für Sie machbar anfühlt, und setzen Sie einen Zeitstempel dafür, wie weit Sie sich in Zukunft Sorgen machen wollen. Nehmen Sie jedes Stück einzeln und gehen Sie in Häppchen durch den Stress.

24. Erinnern Sie sich täglich daran, dass dies nur vorübergehend ist. Inmitten dieser Quarantäne scheint es, dass sie niemals enden wird. Es ist erschreckend, an den Weg zu denken, der vor uns liegt. Bitte nehmen Sie sich die Zeit, sich daran zu erinnern, dass, obwohl dies sehr beängstigend und schwierig ist und für eine unbestimmte Zeit andauern wird, es eine Jahreszeit des Lebens ist und sie vergehen wird. Wir werden uns in den kommenden Tagen wieder frei, sicher, beschäftigt und verbunden fühlen.

25. Finden Sie die Lektion. Diese ganze Krise kann traurig, sinnlos und manchmal auch vermeidbar erscheinen. Wenn Psychologen mit Traumata arbeiten, besteht ein wesentliches Merkmal der Hilfe bei der Aufarbeitung von Traumata darin, dass sie den Betroffenen helfen, ihre Handlungsfähigkeit zu finden, die möglichen positiven Ergebnisse, die sie bewirken können, die Bedeutung und die Konstruktion, die Entwicklung, die aus der Zerstörung entstehen können. Was kann jeder von uns hier im Grossen und im Kleinen aus dieser Krise lernen?  Was muss sich in uns selbst, in unseren Häusern, in unseren Gemeinschaften, in unserer Nation und in unserer Welt ändern?

Warum Selbstfürsorge so wichtig ist und uns dennoch oft so schwer fällt

Selbstfürsorge ist Voraussetzung, um wirklich authentisch und aus einer nicht bedürftigen, erwachsenen Position heraus mit anderen Menschen in Beziehung zu sein. Denn nur wer in ausreichendem Mass für sich selbst da sein kann, kann für andere da sein, ohne sich selbst zu verausgaben. Gandhera Brechbühl und Silvia Pfeifer-Burri haben für das IBP-Magazin hierzu einen lesenswerten Artikel verfasst:

Selbstliebe

Gestern hat meine Yogalehrerin zum Abschluss der Stunde das folgende Gedicht von Charlie Chaplin vorgelesen. Ich wusste bis dahin gar nicht, dass Chaplin auf diese Weise geschrieben hat und seine Worte haben mich irgendwie berührt, auch weil ich manchmal mit der Selbstliebe ins Hadern gerate und zugleich von der Kraft des Universums Achtung habe ...

Als ich mich selbst zu lieben begann…

habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist – von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man SELBST-BEWUSST-SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, wie sehr es jemand beleidigen kann,
wenn ich versuche, diesem Menschen meine Wünsche aufzudrücken,
obwohl ich wusste, dass die Zeit nicht reif war und der Mensch nicht bereit,
und auch wenn ich selbst dieser Mensch war.
Heute weiß ich: Das nennt man RESPEKT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Einladung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man REIFE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Freude und Glück bringt,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem eigenen Rhythmus.
Heute weiß ich, das nennt man EINFACHHEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man BESCHEIDENHEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag, Tag für Tag, und nenne es BEWUSSTHEIT.

Als ich mich zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken behindern und krank machen kann. Als ich mich
jedoch mit meinem Herzen verband, bekam der Verstand einen wertvollen Verbündeten.
Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN !

Integrative Coachingpraxis mit neurowissenschaftlicher Fundierung

Etwas Theoretisches für die wissenschaftlich Interessierten unter uns: Um nachhaltige Wirkung zu erreichen, müssen Coaching-Interventionen alle drei Ebenen einbeziehen: die explizit-bewusste Ebene des Bewusstseins und der Erinnerung, die implizit-prozedurale Ebene des Verhaltens und die Ebene des Körpers.