Inspirierendes

Vertiefende Lektüre und anregende Videos:

«Ich glaube daran, dass das grösste Geschenk, 
das ich von jemandem empfangen kann, ist,
gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden.
Das grösste Geschenk, das ich geben kann, ist, 
den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren.»
Virginia Satir

Fake it Till You Make it

Schon mehrmals ist mir während meiner Arbeit dieser TED-Talk von Amy Cuddy über die Macht der nonverbalen Sprache in den Sinn gekommen. Ich nehme das als Zeichen, endlich einmal etwas darüber zu schreiben. Amy Cuddy erinnert mich daran, dass nicht nur diverse Untersuchungen belegen, dass vorallem unsere nonverbale Sprache bestimmt, wie andere über uns denken und fühlen. Sondern sie zeigt darin auch anschaulich auf, dass unsere nonverbale Sprache auch bestimmt, wie wir selber über uns denken und fühlen.  

Sogenannte Power Poses wirken sogar auf unseren Hormonhaushalt ein. Nehmen wir zwischendurch für nur zwei Minuten Körperhaltungen ein, die Macht, Selbstsicherheit und Siegessicherheit ausdrücken, so können wir sogar unserem System vorgaukeln, dass wir genau das sind und es schüttet die entsprechenden Hormone aus.

Lasst uns wenigsten zwischendurch so tun, als wären wir selbstbewusst oder selbstbewusster, als wir uns gerade fühlen. Je weniger wir uns von unseren Komplexen durcheinanderbringen lassen, umso mehr können wir uns selbst sein. Bis wir irgendwann wirklich entspannt und selbstbewusst einfach ganz uns selbst sind.
Machen wir einen Anfang. Denn das hört sich doch eigentlich ganz machbar an, oder?

Thomas Hübl über Trauma und Heilung

Ich mag den Denker und spirituellen Lehrer Thomas Hübl. Sein Verständnis hat viel mit meiner Arbeitsweise zu tun. Auch ich beobachte, dass Traumatisierung immer mit einer Beziehungsreduktion einhergeht. Traumatisierte Menschen trennen gewisse Teile, seien es Erinnerungen, Erfahrungen aber auch ihre Lebendigkeit, ihre Wut oder ihre sexuelle Lust von sich ab. Dies ist ein vernünftiger Schutzmechanismus, der das Überleben in der Vergangenheit gesichert hat, jedoch in die Gegenwart hinein aufrechterhalten wird. Ein traumatisches Ereignis haben die meisten von uns in unterschiedlichem Grad irgendwie und irgendwann einmal erlebt, weil es uns allen irgendwann zu viel, zu schnell, zu plötzlich gegangen ist, weil wir alle irgendwann verletzt oder nicht gesehen wurden, weil wir alle erlebt haben, wie es ist verpasst oder klein gemacht zu werden. Die Folge ist, dass wir möglicherweise nicht ganz im Hier und Jetzt sind. Wir stecken, wie Hübl es nennt, in einer Raum-Zeit-Verzerrung fest. Und was hilft uns aus dieser Verzerrung wieder herauszukommen?
Etwas vom Heilsamsten, das ich kenne, ist die Erfahrung ganz gesehen zu werden. Mit ganz meine ich: Mit all den abgespaltenen Anteilen, mit der Angst, mit der Scham, mit der Wut, mit der Freude, mit der Lust, mit den Erinnerungen und erlittenen Verletzungen. Und nicht nur gesehen zu werden, sondern angenommen und gar willkommen geheissen zu werden. Denn so erhalten diese unintegrierten Anteile Raum, können dadurch zur Ruhe kommen und ihren Platz in der aktuellen Wirklichkeit und im Ganzen finden. Hübl bezeichnet das als Beziehungswiederherstellung. «Was braucht jemand, der traumatisiert ist? Er braucht Wärme, Einstimmung, Beziehung, er braucht jemanden, der versteht, wie es ihm oder ihr geht. Wenn mir jemand sagt, »Ich habe Angst«, dann kann ich es auf mich wirken lassen, ohne die Angst wegzureden (...).»

Sowohl in meiner Coachingarbeit als auch in der Craniosacral Therapie geht es immer mal wieder darum nichtintegrierte Anteile zu integrieren, ihnen in einem sicheren Rahmen meine Beachtung zu schenken, ihnen Raum zu geben und dabei Beziehungswiederherstellung anzubieten.

Hübl schreibt: «Ich muss dafür sorgen, dass in meinem Leben genug Raum ist, damit ein kontemplativer Raum entsteht, in dem sich mein Liebesakt, mein Schöpfungsakt mit dem Leben, meine Kreativität entfalten können. So kann ich ein Lauschen entwickeln, in dem ich die Zukunft in mir schon wahrnehme, wenn sie noch flüstert.» Meine Arbeit hat zum Ziel meine Klientinnen und Klienten genau darin zu unterstützen und ihnen diesen Raum zur Verfügung zu stellen.

Selbstliebe

Gestern hat meine Yogalehrerin zum Abschluss der Stunde das folgende Gedicht von Charlie Chaplin vorgelesen. Ich wusste bis dahin gar nicht, dass Chaplin auf diese Weise geschrieben hat und seine Worte haben mich irgendwie berührt, auch weil ich manchmal mit der Selbstliebe ins Hadern gerate und zugleich von der Kraft des Universums Achtung habe ...

Als ich mich selbst zu lieben begann…

habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist – von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man SELBST-BEWUSST-SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, wie sehr es jemand beleidigen kann,
wenn ich versuche, diesem Menschen meine Wünsche aufzudrücken,
obwohl ich wusste, dass die Zeit nicht reif war und der Mensch nicht bereit,
und auch wenn ich selbst dieser Mensch war.
Heute weiß ich: Das nennt man RESPEKT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Einladung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man REIFE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Freude und Glück bringt,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem eigenen Rhythmus.
Heute weiß ich, das nennt man EINFACHHEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man BESCHEIDENHEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag, Tag für Tag, und nenne es BEWUSSTHEIT.

Als ich mich zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken behindern und krank machen kann. Als ich mich
jedoch mit meinem Herzen verband, bekam der Verstand einen wertvollen Verbündeten.
Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN !

Wir leben in einer verletzlichen Welt

In diesem TED-Talk spricht Brené Brown mit viel Humor über die Macht von Scham und Verletzlichkeit.
Mir tut es sehr gut ihre Aussagen zu hören – sie bestärken mich auf meinem Weg. Ich spüre meine Verletzlichkeit ehrlich gesagt nicht sonderlich gern. Ich leide, wenn ich mich ausgeliefert, verletzlich oder bedürftig fühle und habe den Impuls diese Gefühle zu vermeiden. Ich habe oft Angst zu spüren nicht willkommen zu sein, nicht dazuzugehören, zu versagen, mich zu blamieren oder zurückgewiesen zu werden. Ich habe eine Zeit lang versucht besser nichts und niemanden mehr zu wollen, nur damit ich meine eigene Bedürftigkeit nicht spüren muss. In der Zwischenzeit habe ich aber gelernt, dass mir jene Menschen eigentlich lieber und näher sind, deren Verletzlichkeit ich mitbekomme. Daraus habe ich abgeleitet, dass es den Anderen mit mir vermutlich ähnlich ergeht. Und das hat sich bestätigt. Ich erlebe immer wieder, dass ich mehr Liebe, Verständnis und Zugehörigkeit erfahre, wenn ich mich zeige – mit meinen Ängsten, mit meiner Bedürftigkeit, mit meiner Unsicherheit. Es fällt mir nicht leicht, aber ich habe begriffen, dass es sich lohnt.
Darüber spricht Brené Brown. Wir sind verletzlich, ja. Die Frage ist, wie wir damit umgehen wollen. Zum Glück können wir das jeden Tag neu für uns entscheiden.

Anregendes Interview mit Laura Malina Seiler

Sie ist jung und frisch und was sie sagt, hat in meinen Augen wirklich Hand und Fuss. Laura Malina Seiler spricht in diesem Interview über ihre Mission, die Möglichkeit eines Perspektivenwechsels und darüber, wie sie ihr inneres Team vor schwierigen Entscheidungen zu Rate zieht. Die in ihren Augen drei wichtigsten Tools für ein erfülltes Leben sind: Meditation, Visualisation und Dankbarkeit.
Klar und inspirierend.

Eine kurze Erinnerung daran, was hilft, wenn es einem uns nahestehenden Menschen schlecht geht:

Erkenntnisse aus der längsten Langzeitstudie über Glück und den Sinn des Lebens

Es sind gute, nahe und nährende Beziehungen, die uns glücklich machen und gesund halten – das hat die seit 75 Jahren laufende Langzeitstudie der Universität Harvard herausgefunden.
 

Warum Selbstfürsorge so wichtig ist und uns dennoch oft so schwer fällt

Selbstfürsorge ist Voraussetzung, um wirklich authentisch und aus einer nicht bedürftigen, erwachsenen Position heraus mit anderen Menschen in Beziehung zu sein. Denn nur wer in ausreichendem Mass für sich selbst da sein kann, kann für andere da sein, ohne sich selbst zu verausgaben. Gandhera Brechbühl und Silvia Pfeifer-Burri haben für das IBP-Magazin hierzu einen lesenswerten Artikel verfasst:

«Ich gehe auf dich zu und ich gehe an deiner Seite, ich habe die Sonne im Rücken.»
Albertine Sarrazin

Archiv

Integrative Coachingpraxis mit neurowissenschaftlicher Fundierung

Etwas Theoretisches für die wissenschaftlich Interessierten unter uns: Um nachhaltige Wirkung zu erreichen, müssen Coaching-Interventionen alle drei Ebenen einbeziehen: die explizit-bewusste Ebene des Bewusstseins und der Erinnerung, die implizit-prozedurale Ebene des Verhaltens und die Ebene des Körpers.